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Die
Alte Schmelz St. Ingbert - 250 Jahre Industrie- und Siedlungsgeschichte
©
Wolfgang Bethscheider, Harald Glaser, Malte Helfer
Initiative Alte Schmelz St. Ingbert e.V. - St.
Ingbert 2001
Die Alte Schmelz bildet eine Gesamtheit von Siedlung,
Werksanlagen und einem ehemaligen Park aus über 250 Jahren Industriegeschichte
Die Siedlung ist die älteste
erhaltene Werkssiedlung in Südwestdeutschland. Sie dokumentiert
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die
typische Lage einer frühindustriellen Werkssiedlung: abgesondert vom bereits
bestehenden Ort, aber in unmittelbarer Nähe der Arbeitsstätte |
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die
Entwicklung des Werkswohnungsbaus von der Zeit um 1800 bis ins 20. Jahrhundert
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die
soziale Abstufung von Bauformen und Wohnverhältnissen mit Arbeiterhäusern
und Schlafhaus, Meister- und Angestelltenhäusern, Direktorenvillen und
dem "Herrenhaus" der Unternehmerfamilie Kraemer |
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die
räumliche Ausprägung der Werkshierarchie und ihren Wandel im Laufe der
Zeit: die Anordnung des Herrenhauses am Zugang zum Werk und im Blickfeld
der Werkssiedlung (Anfang 19. Jh.), die Trennung der Direktorenvillen
von der Arbeitersiedlung und ihr "Rückzug" hinter eine Mauer (Ende 19.
Jh.) |
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das
typische Wohnumfeld von Arbeitern und gehobenem Bürgertum: die Gärten
der Arbeitersiedlung, der Park der Direktoren und der Familie Kraemer
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die
betriebliche Sozialpolitik, an die der ehemalige Hüttenkonsum erinnert,
ergänzt durch das Hüttenspital in der Innenstadt |
Das Werksgelände
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enthält
mit der Möllerhalle von 1750 das älteste Industriedenkmal des Saarlandes
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umfasst
etwa 20 weitere Industriedenkmäler, überwiegend aus der Ausbauphase des
Eisenwerks zwischen 1907 und 1913. Darunter befinden sich herausragende
Einzeldenkmäler wie die Mechanische Werkstatt und die Elektrische Zentrale
(später Walzendreherei). Die ausgedehnte Einfassungsmauer, die zugleich
die Außenwand einiger Werkshallen bildet, prägt das Straßenbild und verdeutlicht
die Absonderung des Hüttenwerks von seinem städtischen Umfeld.
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Der ehemalige Park der Unternehmerfamilie Kraemer
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stellt
ein frühes Beispiel für einen Landschaftsgarten des Bürgertums
dar und verfügt im räumlichen Zusammenhang mit der Arbeitersiedlung
über eine hohe sozialgeschichtliche Aussagekraft. |
Der Besucherweg
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erschließt
den stillgelegten Werksbereich und die Siedlung auf einem Rundgang |
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liefert
Hintergrundinformationen zur Bau-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte des
St. Ingberter Eisenwerks |
Lösungen und Aufgaben
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Die
Bildung der Wohnungsgenossenschaft Alte Schmelz ermöglichte eine denkmalgerechte
Sanierung der Siedlung unter Beteiligung der Bewohner. Damit wurde für
die Anfang der neunziger Jahren vom Abriss bedrohte Werkssiedlung eine
vorbildliche Lösung gefunden. |
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Demgegenüber
zeichnet sich für den Werksbereich noch keine Perspektive ab. Hier sind
verschiedene Eigentümer betroffen, eine Planung, die Denkmalschutz, gewerbliche
und kulturelle Neunutzung und die Anliegen der Bewohner der benachbarten
Siedlung miteinander in Einklang bringt, fehlt. |
Perspektiven
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Die
Alte Schmelz bietet vielfältige Möglichkeiten für gewerbliche und kulturelle
Aktivitäten. Der Denkmalbestand mit Gebäuden unterschiedlicher Größe,
Beschaffenheit und Geschichte und ein zusammenhängendes Gelände mit Wegenetz,
Sichtachsen und Freiräumen laden dazu ein, neue und traditionelle Formen
von Arbeiten, Wohnen, Kultur und Erholung in zukunftsweisender und modellhafter
Form zu verbinden. Mit einer Neubelebung des Denkmalensembles lassen sich
Kopplungseffekte und eine Signalwirkung weit über St. Ingbert hinaus erzielen.
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Der
ehemalige Kraemersche Park lässt sich als Zeugnis der Gartenarchitektur
des 19. Jahrhunderts wiederbeleben und kann das Angebot an Naherholungsmöglichkeiten
bereichern. |
Das Projekt
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Die
"Initiative Alte Schmelz St. Ingbert e.V." begreift die Siedlung und die
Industriedenkmäler des Werksbereichs als Einheit. Zur Zeit werden die
Voraussetzungen für ein Besichtigungs- und Informationsangebot geschaffen.
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Bereits
erschienen ist eine Broschüre mit Rundwegbeschreibung und Hintergrundinformationen
für Besucher/innen. |
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Ein
Besucherzentrum im ehemaligen Konsumgebäude mit Dauerausstellung zur Geschichte
von Werk und Siedlung, regelmäßige Führungen und die Einrichtung einer
"Museumswohnung" sind geplant. |
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Die
weitere touristische Erschließung soll einen Ausbau des Informations-
und Unterhaltungsangebotes durch Wechselausstellungen, die Erweiterung
des Museumsbereichs, Tagungen und Kulturveranstaltungen beinhalten. |
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Besucher
seit dem 01.01.2004
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