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Rallye
durch die Industriekultur
Heimatwoche zum Abschluss des St. Ingberter Ferienprogramms
Während der Heimatwoche der Stadt St. Ingbert
erfuhren 18 Kinder spielerisch interessante und spannende Sachen
über die Stadt und ihr Drumherum. Die Woche gehörte zum Ferienprogramm
der Stadt.
St.
Ingbert. Eigentlich war gestern der letzte Ferientag. Am Montag
beginnt der Schulstress wieder. Da kam für 18 St. Ingberter Kinder,
überwiegend im Grundschulalter, die Heimatwoche gerade recht. „Ein
schöner Ferienabschluss für die Kinder“, meint der städtische Jugendpfleger
Jörg Henschke zum zusätzlichen Ferienangebot der Stadt St. Ingbert.
Eine Woche St. Ingbert und sein „Drumherum“ kennen lernen stand
auf dem Programm. „Seit Montag sind wir auf Erkundung“, sagt Henschke.
Mit Hannah Boger betreute er die Kids. „Es geht auch darum, den
Kindern zu zeigen, dass man mit wenig Geld und ohne großartige Vorbereitung
viele Dinge machen kann“, erklärt Hannah Boger. 25 Euro kostete
die Woche Spaß pro Teilnehmer.
Es
ging los mit der „märchenhaften“ Wanderung zum St. Ingberter Felsen
„Hänsel und Gretel“ im Wald bei Sengscheid. Am Dienstag wurde eine
spannende Wanderung durch den Großbach angeboten. Tasächlich durch
den Bach. „Die Kinder sollten das Wasser fühlen,den Bach erfahren
und erkennen, dass man im Wasser spielen kann. Dämme bauen, oder
kleine Wasserfälle“, berichtet Henschke. „So etwas geht den Kindern
heutzutags oft komplett ab.“ Am Mittwoch war die Besichtigung des
Rischbachstollens im Angebot. Da erfuhren die Kinder wie der Bergbau
funktioniert. Danach wurde in der Rischbachschule gebruncht. Nächste
Aktion war eine Schnitzeljagd am Wombacher Weiher.
Danach
machten die „Heimatwöchler“ eine Erkundungstour durch St. Ingberter
Industriekultur. „Die Bilderrallye über die Alte Schmelz war fast
so etwas wie der Höhepunkt der Woche“, erinnert sich Hannah Boger.
Da sei das Ziel spielend St. Ingbert zu entdecken, ganz deutlich
geworden. „Es hat den Kindern wirklich Riesen-Spaß gemacht“, wiederholt
Henschke.
Gestern
gab's noch eine Radtour zum Glashütter Weiher über den Betzenkopf
und Sengscheid zum Rentrischer Sportplatz. Dort hieß es Umsteigen
in den Traktor des TuS Vorsitzenden Peter Jost. Der kutschierte
die Kinder mit seinem Gefährt durch den Rentrischer Wald. tra
Saarbrücker Zeitung, 28.08.2004
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Preis
für Initiative Alte Schmelz
Wie eine Stadt in der Stadt erwacht
Unter
dem Motto „Aufbruch statt Abbruch“ engagiert sich die Initiative
Alte Schmelz seit 1997 für den Erhalt der alten Eisenwerks-Siedlung
in St. Ingbert. Dafür bekam die Gruppe jetzt den Deutschen Preis
für Denkmalschutz.
Von SZ-Mitarbeiterin Sabine Graf
St. Ingbert. „Aufbruch statt Abbruch“ unter diesem Motto
trat im September 1997 die Initiative Alte Schmelz in St. Ingbert
an, um sich für den Erhalt des 1733 gegründeten Eisenwerks Alte
Schmelz samt zugehöriger Werkssiedlung einzusetzen. Der Gründung
war im April gleichen Jahres ein Symposium vorausgegangen, das strategisch
die Koordinaten vorgab, nach denen die Initiative ihre Arbeit begann:
den Ort zu erforschen und den Dialog mit der Öffentlichkeit zu suchen
und zu moderieren.
Dass
dieser Weg der richtige war, bestätigte jüngst das Deutsche Nationale
Komitee für Denkmalschutz, das der Initiative Alte Schmelz St. Ingbert
e.V. auf Vorschlag des Staatlichen Konservatoramtes den renommierten
Deutschen Preis für Denkmalschutz 2004 zusprach. Die Arbeit der
Initiative für den Erhalt des denkmalgeschützten Ensembles ist damit
in den nationalen Blickpunkt gerückt, stellen ihr Vorsitzender Klaus
Güttes und sein Vize Alfons Blug fest. Ein wichtiges Ergebnis der
Überzeugungsarbeit der Initiative ist, dass die Stadt St. Ingbert
die Erschließungsstraße, die Mechanische Werkstatt, die Möllerhalle
und das Herrenhaus erworben und somit deren Erhalt gesichert hat.
Politischer
Wille ist da
Mit
EU-Mitteln aus dem Ziel-II-Programm und dem Bundesprogramm „Soziale
Stadt“ soll ab September nach und nach die Instandsetzung erfolgen.
Geplant ist unter anderem, die Mechanische Werkstatt – die bereits
im Rahmen der Musikfestspiele Saar bespielt wurde – in einem dem
Denkmal und den vorhandenen Finanzen verträglichen Maß als Veranstaltungsort
herzurichten. Dieser Schritt zeigt Güttes und Blug, dass nun auch
der politische Wille vorhanden ist, das Areal zu erhalten und als
Teil der Stadtentwicklung zu sehen. Umso mehr, als die Initiative
lange „kein geliebtes Kind der kommunalen Gebietskörperschaft war“,
wie sich beide erinnern. So blieb der einst vom Landkreis einzureichende
Antrag auf Förderung aus dem Ziel-II-Programm ungestellt. Dadurch
fehlte der geplante hauptamtliche Moderator für Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit
vor Ort. Denn die Alte Schmelz, diese von einer langen Mauer gesäumte
Stadt in der Stadt, war lange eine Enklave, ein den Menschen in
der Stadt fremder, weil ihnen verschlossener Ort. Ihn zu öffnen
hieß, zuerst einmal mit Hilfe zweier Mitarbeiter zu forschen und
Dokumente zusammenzutragen, um damit die Grundlage für eine Bestandsaufnahme
der Industriedenkmäler der Alten Schmelz zu schaffen. Dabei fanden
sich Reste des einstigen und heute zum Ensemble gehörenden Englischen
Landschaftsgartens, den die Familie Krämer hatte anlegen lassen,
in deren Besitz das Eisenwerk 1791 gekommen war. Hier verbanden
sich Arbeiten und Wohnen derart eng, dass die Alte Schmelz mit der
1750 entstandenen, kirchenähnlichen Möllerhalle (dem ältesten Industriebau
im Saarland, wenn nicht in der ganzen Republik) und der Mechanischen
Werkstatt nicht nur Industriegeschichte abbildet. Die Wohnhäuser
vom Schlafhaus über die Werkssiedlung bis zu Herrenhaus und Villen
bezeugen Sozialgeschichte. Denn die Familie Krämer, die das Werk
über 100 Jahre lang besaß, sorgten außer für Wohnungen auch für
die ärztliche Versorgung in einem Hospital, für eine Schule, eine
Badeanstalt und einen Konsumverein.
„Konsum“ als Mittelpunkt
Dieser
„Konsum“ genannte Laden wurde 1998 zum Infozentrum, Ausgangspunkt
zahlreicher Führungen und Anlaufstelle für die „Runden Tische“.
Zu ihnen hatte die Initiative Stadtrat, Landkreis, Verwaltung, Denkmalschutz
und die Vertreter der renovierten Arbeiterhäuser „Wohnungsbaugenossenschaft
Albrecht Herold – Alte Schmelz“ eingeladen, um gemeinsam über die
Zukunft des Projekts zu beraten: mit Erfolg, wie sich zeigt. Durch
das Engagement der Stadt für das Areal verändert sich die Rolle
der Initiative, bestätigen Klaus Güttes und Alfons Blug: Was jedoch
nicht heiße, dass die Initiative aufhört, die Entwicklung weiterhin
konstruktiv wie kritisch zu begleiten und Öffentlichkeitsarbeit
in Sachen Alte Schmelz zu machen.
Saarbrücker
Zeitung, 21.08.2004
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Auszeichnung
für Alte Schmelz
Erst
vom Abriss bedroht, dann restauriert, jetzt Preis gekrönt: Im Herbst
bekommt die "Initiative Alte Schmelz" aus St.Ingbert für ihre herausragende
Arbeit auf dem Gelände den renommierten "Deutschen Preis für Denkmalschutz".
(04.08.2004)
Das Deutsche Nationalkomittee für Denkmalschutz wird die "silberne
Halbkugel", so der Name der Auszeichnung des "Deutschen Preises
für Denkmalschutz", in diesem Jahr an die Initiative Alte Schmelz
e.V. in St. Ingbert verleihen. Mit seiner Entscheidung würdigt das
Komitee die beispielhafte Leistung für den Denkmalschutz.
Wichtigste
deutsche Denkmalschutz-Auszeichnung
Der "Deutsche Preis für Denkmalschutz" ist die höchste Auszeichnung
auf dem Gebiet des Denkmalschutzes in der Bundesrepublik Deutschland.
Seit 1978 werden damit Persönlichkeiten oder Personengruppen ausgezeichnet,
die "durch ihre Initiative in selbstloser Weise einen wichtigen
Beitrag zur Erhaltung und Rettung von Gebäuden, Ensembles, Altstadtkernen,
Dörfern und archäologischen Denkmälern geleistet haben".
Die
Arbeit der St.Ingberter Initiative
Die Initiative Alte Schmelz St. Ingbert e.V. hat es sich zur Aufgabe
gemacht, die Bauten der Alten Schmelz zu bewahren und die Werkssiedlung
und die alten Industriebauten als wesentlichen Bestandteil der städtebaulichen
Identität der Stadt St. Ingbert wieder herzustellen und zu stärken.
Ziel des Vereins, in dem Architekten, Städteplaner, Kommunalpolitiker
und Förderer aktiv sind, ist es, sinnvolle Nutzungskonzepte auszuarbeiten
und die Entwicklung von Ideen zur Aufwertung des Geländes zu fördern
und umzusetzen. Außerdem sollen möglichst viele Menschen an das
Thema "Alte Schmelz" herangeführt werden.
Historisch
besonders wertvoll
Die Siedlung Alte Schmelz ist die älteste erhaltene Werkssiedlung
in Südwestdeutschland. Sie dokumentiert die typische Lage einer
früh-industriellen Werkssiedlung: nämlich abgesondert vom bereits
bestehenden Ortskern und in unmittelbarer Nähe zu den Arbeitsstätten.
Gerade die Alte Schmelz in St. Ingbert verrät vieles über das historische
Wohnumfeld von Arbeitern und gehobenem Bürgertum: Ein Vergleich
der Gärten der Arbeitersiedlung mit dem Park der Direktoren spricht
Bände.
Vor
Abriss gerettet
Anfang der neunziger Jahre war die Häuser der Werkssiedlung von
der Abrissbirne bedroht. Erst die Bildung der Wohnungsgenossenschaft
"Alte Schmelz" ermöglichte eine denkmalgerechte Sanierung unter
Beteiligung der Siedlungsbewohner. Im Bereich des Fabrikgeländes
ist man noch nicht so weit. Erst im letzten Jahr kaufte die Stadt
St. Ingbert das Areal für 800.000 Euro. Nun beginnt die Sanierung
der Möllerhalle und der Mechanischen Werkstatt. Allein die Dachsanierung
der Werkstatt soll ungefähr 1,9 Mio. Euro kosten. Der St. Ingberter
Oberbürgermeister Georg Jung betonte im SR SÜDWEST Fernsehen den
"nationalen Rang des Areals". Vor allem dieser Ausnahmestellung
sei es zu verdanken, dass das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz
sich mit 800.000 Euro an der Sanierung beteiligen wolle. Mit Blick
auf die Bedeutung der Alten Schmelz als Teil der „Straße der Industriekultur“
forderte Jung ein stärkeres finanzielles Engagement des Landes für
die Restaurationen.
Kulturelle
Neubelebung
In Planung für das Gelände der Alten Schmelz ist ein Besucherzentrum
im ehemaligen Konsumgebäude, regelmäßige Führungen und die Einrichtung
einer „Museumswohnung“ - einer historisch korrekt eingerichteten
Arbeiterunterkunft.
Die Alte Schmelz bietet darüber hinaus vielfältige Möglichkeiten
für gewerbliche und kulturelle Aktivitäten. Der Denkmalbestand mit
Gebäuden unterschiedlicher Größe, Beschaffenheit und Geschichte
lädt dazu ein, neue und traditionelle Formen von Arbeiten, Wohnen,
Kultur und Erholung in zukunftsweisender Form zu verbinden. Mit
einer Neubelebung der Alten Schmelz will die Initiative Alte Schmelz
versuchen, eine Signalwirkung weit über St. Ingbert hinaus zu erzielen.
Schon jetzt finden im "Eventhaus" Alte Schmelz und in der Mechanischen
Werkstatt Konzerte, Jugendtheateraufführungen und Jugendtreffs statt.
In Zukunft soll das Informations- und Unterhaltungsangebot durch
Wechselausstellungen und den Ausbau des Museumsbereichs erweitert
werden. Tagungen, Kulturveranstaltungen, Konzerte und Events sollen
auf dem Gelände der Alten Schmelz wie bisher stattfinden.
(sr-online)
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